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Ein Bericht aus der IWZ vom November 1978 Abenteuer im schottischen Hochland von Walter Gutermuth |
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Während die ARD in der
Vorweihnachtszeit mit klassischen Literaturverfilmungen aufwartet, hält es
das ZDF in dieser Zeit seit Jahren mit klassischen Abenteuerstoffen. Fast
alles, was Rang und Namen hat, war schon mal dran: „Robinson Crusoe“, „Don
Quichotte“, „Schatzinsel“, „Tom Sawyer“, „Lederstrumpf“, „Seewolf“, „Cagliostro“,
„Zwei Jahre Ferien“, „Lockruf des Goldes“ und „Michael Strogoff“. Diesmal hat Walter Ulbrich, Spezialist für die viergeteilten Tele-Abenteuer, einen weniger bekannten, aber nicht weniger viel versprechenden Stoff bildschirmgerecht aufbereitet: „Die Abenteuer des David Balfour“, 1886 von Robert Louis Stevenson unter Verwendung historischer Berichte vom schottischen Jakobiten-Aufstand (1746) zu Papier gebracht. „David Balfour“ half Stevenson endgültig aus permanenter Geldklemme und wurde ein früher „Bestseller“. Auch die Fernsehfassung wird von ihren Produzenten für stark gehalten, nach Jahren eher verhaltenen Erfolges die ZDF-Vorweihnachtsreihe wieder an „Seewolf“-Popularität anknüpfen zu lassen. Produktionsleiter Padhraic O’Dochartaigh von der Münchner Tele-Film: „Eine Story, die vor Spannung knistert!“ Abenteuer-Stoffe aus der Weltliteratur, die gleiches von sich behaupten können, sind so zahlreich nicht. So kommt es, dass immer wieder die gleichen Autoren für die Drehbücher herhalten müssen: Daniel Defoe, Mark Twain, Jack London, Alexandre Dumas, Jules Verne, James F. Cooper, Robert Louis Stevenson. Doch auch diese Elite klassischer Abenteuer-Beschreiber ist für den Bildschirm nur begrenzt nutzbar. Die Form des Fernseh-Vierteilers verlangt eine spezielle Dramaturgie der Handlungsführung. Für jede einzelne Folge muss ein dramatischer Höhepunkt zur Verfügung stehen. Die Handlung muss vier Eineinhalbstunden-Folgen „tragen“. Weil die literarische Vorlage für diesen Anspruch oft zu „Dünn“ ist, half sich Drehbuchautor Walter Ulbrich gelegentlich mit einem Trick: Er schrieb mehrere Geschichten zu einer einzigen zusammen. Diese „Handlungsstopferei“ bekam dem Ruf der Vierteiler nicht. Besonders nach „Lockruf des Goldes“ attestierten Kritiker dem Handlungsrahmen Risse und Sprünge, Längen und dramaturgische Stolperstellen. Auch offizielle ZDF-Stellen monierten: „Man spürt, dass die Story nicht aus einem Guss ist!“ Das führte bei den Produzenten zu einer Denkpause. 1977 fiel der Weihnachts-Vierteiler ganz aus. Dass „David Balfour“ in dramaturgischem Sinne ein strenger gehaltenes Ziehkind als die Vorgänger ist, wird von allen Beteiligten beifällig vermerkt. Besonders die anspruchsvollen Briten, mit der kommerziellen Fernsehgesellschaft „HTV“ (Cardiff) erstmals Partner im internationalen Vierteiler-Pool, sind von der Qualität des Filmes überzeugt. Ihr Vertrauen in die „Hochspannung“ der Story reicht so weit, dass sie „David Balfour“ als Serie von elf 30-Minuten Folgen servieren, Sonntags zur besten Sendezeit. |
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